Schiebetor im Hof instand setzen

Mein elektrisches, freitragendes Schiebetor in der Hofeinfahrt wurde vor 10 Jahren von einem Metallbauer gebaut und hat gerade mal so die Gewährleistungsfrist überstanden.
Seitdem gibt es andauernd Mängel und das Schiebetor muss immer wieder mal von Hand angeschubst werden, um auf- oder zuzulaufen.

Ursachen sind lausige Lagerböcke und ein schwacher italienischer Antrieb.
Die Lagerböcke sind mit zu wenig Rollen ausgestattet, die Kugellager knirschen und der Schmierstoff hat schöne Krusten gebildet, die bei kaltem, nassen Wetter das Tor hemmen.

So sieht das gewaschene Laufwerk aus, das zu Untersuchungszwecken entnommen wurde.

Der blaue Sicherungslack fixiert die Einstellschrauben um beim Wiedereinbau die ursprüngliche Höheneinstellung übernehmen zu können. Die Kugellager sind nicht austauschbar, da sie fest in die Laufrollen eingebördelt sind. Ersatzlaufrollen sind auch nicht einfach zu bekommen und wenn,

dann zu Preisen, zu denen ich komplette neue Laufwerke bekomme. Aber die Laufrollen sind ohnehin stark und ungleichmäßig verschlissen.

Da hat einfach etwas nicht gut gepasst.

Als erste Maßnahme habe die Laufschiene von Schmiermittelresten gereinigt. Das gestaltet sich gar nicht so einfach, da die Schiene ja nur über einen schmalen Spalt erreichbar ist und das Schmiermittel im laufe der Zeit zu einer Bitumen ähnlichen Masse gehärtet ist.

Um in die Schiene zu gelangen habe ich ein Stück Aluminium zugeschnitten und einen verstellbaren  Griff rangebastelt.

 

Mit diesem Reinigungschlitten möchte ich jetzt das Profil abfahren um den Schmutz abzustoßen.

Eine Pappe soll den Schmutz auffangen um zu verhindern, daß das Zeug an den Schuhen weggetragen wird.

 

 

Der Schlitten wird eingefahren und

 

 

der Dreck bröselt, wie gewünscht, nach unten aus der Schiene.

Später treibe ich mit Öl getränkte Lappen durch die Schiene am Schiebetor um Schmutz zu lösen und auszuwischen, was eine mühsame, aber letztendlich erfolgreiche Tätigkeit ist. Manche Hersteller raten vom Schmieren ab. Manche schreiben Schmierintervalle vor, obwohl alle die gleiche Technik verwenden.

Meine Erfahrung war, dass das Schiebetor geschmiert funktioniert und ungeschmiert blockiert hat.

Jetzt kommen zuerst neue Laufwerke rein.
Passende Laufwerke sind gar nicht so leicht zu bekommen.
Ich entscheide mich für aufwendige Laufwerke; die theoretisch einen kippfreien Torlauf gewährleisten sollen.

Bedauerlicherweise sind die Laufwerke lausig beschrieben und der Experte, der die Dinger konstruiert, hat vergessen zu kommentieren, wie man die Dinger einstellt, um einen kippfreien Lauf hinzubekommen.

Darüber habe ich ein ganze Weile nachdenken müssen. Weiter ist es natürlich grausam, dass ein so teures Produkt mit so viel Spiel hergestellt wird. Um das Kippspiel der Rollenaufnahmen in den Griff zu bekommen habe ich mit Edelstahl-Passscheiben das Kippspiel stark begrenzen können.

 

Weiter  habe ich mit kleinen Spannschrauben das Radialspiel halbiert, in dem ich eine Hälfte der etwas primitiven Bolzen Lagerung durch Fixieren des Bolzen in einem Tier außer Betrieb genommen habe.

Wichtig ist natürlich, wie immer, präzises Messen und Anreißen, sonst wird das alles nix.

Die Mitte nur zu schätzen geht meist schief und führt zu unschönen Ergebnissen.

Beim Bohren und Gewindeschneiden immer schön schmieren. Dann bricht der Bohrer nicht und die Gewinde gelingen maßhaltig.

Das Spiel an den Bolzen Achsen rührt in dem starken Maße auch daher, dass die Lagersitze mit dem Laser geschnitten wurden, anstatt gebohrt zu werden. Was definitiv kein Gewinn ist.

Komplett zusammengesetzt scheinen die Böcke jetzt aber ausreichend präzise zu führen und wackeln nicht mehr wie ein Lämmerschwanz.

Die Einstellschrauben sind jetzt auch geändert, einige Millimeter stärker. Und mit vernünftigen Kontermuttern soll das Einstellen der Laufwerkhöhe zügig vonstatten gehen.

Der Trick an diesem Laufwerk soll einen kippfreien Lauf bringen. Dazu ist das kleinere Laufwerk etwas niederer angebracht als das Größere mit dem Querlager.

Das große Laufwerk stützt das Obertrum, während das kleinere Laufwerk das Untertrum nach unten zieht und so ein Kippen verhindert wird. 

Das werde ich aber erst in der nächsten Schönwetterphase herausfinden, wenn ich das Laufwerk verbauen kann.