Tauchpumpe instand setzen oder umrüsten

Meine Tauchpumpe, eher eine Notfallausrüstung, war länger im Einsatz um nach starkem Regen mehrere Wochen  einen Graben zu entwässern.
Da die Pumpe ohne Filterkorb eingesetzt worden war ist das Laufrad etwas mitgenommen. Ein größerer Stein ist in den Ansaugschacht  geraten und hat  zwei Lamellen losgerissen.

Jetzt droht weiterer Schaden wenn sich das Laufrad völlig zerlegt. Auch die Innenseite ist vom Beschuss durch Kieselsteine

etwas angeraut was aber eher ein kosmetisches Problem ist.

Der Hersteller Metabo bietet auch nach über 10 Jahren noch Ersatzteile an. Also, eine neues Laufrad und eine Stoppmutter bestellt und los geht die Instandsetzung

Die Pumpe ist einfach zu zerlegen, ein paar Inbus Schrauben am Gehäuse raus und schon ist der Saugflansch ab.

Aufgepasst, das Laufrad dreht im Uhrzeigersinn und ist mit einer Mutter mit Linksgewinde befestigt. Wer hier wie ein Ochse an der Mutter zerrt kann die Welle ruinieren.

Das Laufrad halte ich mit einem Spannband, hier einem Ölfilterschlüssel von Gedore fest und löse die Mutter mit leichten Schlägen des Kunstoffhammers auf einen Ringschlüssel.

Die Stoppmutter drehe ich nach dem Lösen mit der Ratsche herunter

Die Pumpe habe ich mit ein Paar  leichten Zwingen festgelegt, dass sie nicht dauern umherrollt. Wer genau hinsieht bemerkt, dass hier schon wieder zusammengebaut wird. Das Laufrad ist neu und die Richtung, in der das Laufrad festgehalten wird, ist gegen den Uhrzeigersinn. 

Nach sorgfältiger Inspektion aller sichtbaren Teile werfe ich noch einen kurzen Blick in die Öl-Kammer. Hier einfach darauf achten, dass kein Wasser im Öl ist, sonst muss der Schleifring unter dem Laufrad ersetzt werden. Zur Prüfung einfach den Ablassstopfen herausdrehen und hineinsehen, ob eine Dispersion vorliegt oder

eben nur Öl.

Danach erfolgt der  Zusammenbau wie in der Demontage beschrieben.

Das Gehäuse wird wieder wie ursprünglich zusammengeschraubt. Am besten vor dem Zerlegen  eine Markierung anbringen und die  Schrauben gleichmäßig eindrehen, Beim Festziehen gilt wie bei allen Schraubverbindungen alle Schrauben ansetzen und nach und nach alle Schrauben gleichmäßig anziehe, auch  hier gilt wie bei allen Schraubverbindungen: nach Fest kommt Los !

Nicht mit dem elektrischen Schrauber an metrischen Gewinden schrauben. Das schadet dem Sechskant und das Risiko, ein Gewinde zu zerstören ist unangemessen hoch. Elektrische Schrauber bringen nur in streng überwachten industriellen Umgebungen einen Vorteil, beim Instandsetzen mit verschiedenen Gewinden und Positionen ist eine Effizienzsteigerung eher nicht zu erwarten.

Zum Schluss bekommt die Pumpe noch eine neue Schlauch-Kupplung. Diese Pumpe hat eine hohe Förderleistung und so  wird statt der alten  ¾“ Geka-Kupplung eine 1 ½“ Klauen-Kupplung angeschraubt die eine Verwendung von C-Schlauch ermöglicht.

 

Die Verschraubungen werden sorgfältig gereinigt und mit Loctite 542 gedichtet, was auch ein unbeabsichtigtes Lösen zuverlässig verhindert.

Dazu einfach das Gewinde nach dem Reinigen und Trocknen sorgfältig mit dem anerob aushärtenden Dichtstoff füllen und mit Werkzeug verschrauben.

So sieht die Pumpe wieder komplett zusammengebaut aus.

Jetzt mit einer Klauen-Kupplung-C. Der Hersteller hat klugerweise auf der Deckelseite ein Gewinde in einem Sechskant gelassen, in das ich eine Ringöse geschraubt habe. An dieser Öse kann man zuverlässig ein Seil anschlagen um die Pumpe hoch zu heben oder zu sichern ohne Kabel oder Schlauch dafür missbräuchlich zu verwenden.

Normalerweise tendiere ich dazu Geräte komplett zu überholen, also alle Dichtungen und Lager zu ersetzen, wenn ich dann schon mal dran bin. Bei dieser Pumpe ist die Laufleistung aber sehr gering und ich habe bei der Instandsetzung keine wasserdichten Verbindungen, z.B. zum Motorraum, geöffnet.